Zu behaupten, die Pandemie neige sich dem Ende zu, wäre leider vermessen. Aber immerhin gewinnen wir Normalität zurück. Die ersten Logen nehmen ihren regulären Betrieb zaghaft wieder auf, treffen sich, führen Ritualarbeiten durch, arbeiten Aufnahme-, Beförderungs- und Erhebungsstaus auf.
Aber werden wir eine alte Normalität haben oder eine neue verhandeln? Die meisten Logen hatten seit einem Jahr keine Arbeiten, keine Übung, keine Routine. Diejenigen, die erst nach der Sommerpause wieder beginnen, sind damit eineinhalb Jahre „out of order“.
Wie arbeiten wir das auf, wie integrieren wir gleichzeitig die dem Vernehmen nach stattliche Anzahl an Suchenden, deren Aufnahme bislang nicht möglich war? Wie viele Brüder haben sich in der langen Wartezeit von den Logen entfernt? Wie nehmen wir den Dialog neu auf? Zeigen diese teilweise vorliegenden Entfernungen auf, was wir in den vergangenen Jahren versäumt haben? Können neu erlernte Kommunikationsformen unsere Logenzukunft bereichern oder fallen wir zurück in alte Muster? Machen wir nicht die alten Fehler, weil wir uns vor neuen fürchten. Begreifen wir die Situation als Möglichkeit, vieles zu überdenken. Damit keine große Leere bleibt, sondern viele gute Lehren.