Bruderkette, antiseptisch

Die Sommerpause der Logen ist vorbei und Hunderte Beamtenräte haben sich Gedanken gemacht, wie man die Logentreffen organisieren soll, das Ritualkollegium der Großloge hat einen viele Seiten umfassenden Vorschlag beigetragen.

Geschichte wiederholt sich. Die Karikatur ist nicht anlässlich Corona gezeichnet worden, sondern bereits im Jahre 2009 für die Pandemie H1N1 2009/10, genannt „Schweinegrippe“, falls sich jemand noch daran erinnert.

Man könnte diesen Vorschlag erweitern: Die Schritte beim Betreten des Tempels sind in einem desinfizierenden Durchlaufbad auszuführen. Rituelle Waschungen mit Sterillium Virugard können im Zeremoniell integriert, der obligatorische schwarze Anzug durch aseptische Kontaminationsschutzanzüge mit aufgedrucktem Bijou und Schurz ersetzt werden, in der Brusttasche steckt ein Desinfektionstuch, hübsch gefaltet, und die Lämpchen am Sternenhimmel erstrahlen in UV-C-Licht.

Schurz beiseite, das ist natürlich Satire, die immer weniger verstanden wird. Doch selbst bei ernsthaften und wohlüberlegten, gut gemeinten Ratschlägen bleibt die Frage, ob dabei die Würde des Rituals auf der Strecke bleibt, ob die Brüder sich wohlfühlen, wie hoch die Priorität der Tempelarbeit ist. Das muss jede Loge für sich selbst beantworten.

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